Neulich hat Facebook mich morgens mit einem Beitrag begrüßt, den ich auf den Tag genau vor einem Jahr geteilt hatte. Da ich zu der Zeit ja in England studiert habe, habe ich direkt an all die tollen Dinge gedacht, die ich in Newcastle und Umgebung erlebt habe. Besonders wehmütig habe ich an das Quilliam Brothers‘ Tea House gedacht, wo ich mit Lisa und unseren Freundinnen viel Zeit verbracht und bei einer Tasse außergewöhnlich leckerem Tee und traumhaft leckeren Scones über Gott und die Welt (und bloß nicht die Uni!) gequatscht habe. Und da habe ich richtig Lust auf Scones bekommen. Im Tea House gab es immer so tolle Scones of the Day – Apple Crumble Scone, Cranberry White Chocolate Scone, Blueberry Lemon Scone… Herrlich!

Leider hatte ich nur wenige Zutaten im Haus. Cranberries, Schokolade oder andere Früchte, die ich verarbeiten könnte, erst recht nicht. Also musste ein einfaches Rezept her. Beim Aufmachen des Küchenschranks sind mir sofort die Haferflocken ins Auge gefallen, die ich für meine Bananen-Frühstücksmuffins gekauft hatte. So ohne alles zum Frühstück mag ich Haferflocken leider nicht, sodass ich sie eben anders aufbrauchen muss. Tja, wieso dann also nicht für Haferflocken-Scones? Das Fruchtig-Süße kann man ja dann mit Konfitüre dazu zaubern.

Zutaten

400 g Weizenvollkornmehl
1 Päckchen Weinstein-Backpulver
1 Prise Salz
40 g Vollrohrzucker (wenn ihr die Scones nicht nur süß mit Konfitüre essen möchtet, sondern auch mit Käse oder anderen herzhaften Belägen, lasst den Zucker einfach weg)
2 Eier
100 g zimmerwarme Butter
250 g Joghurt (3,5% Fett)
100 g kernige Haferflocken

Zubereitung

Zuerst das Mehl, Backpulver, Salz und den Zucker in einer Schüssel vermischen. Die Eier und die Butter in Stücken hinzugeben und mit den Knethaken des Rührgerätes verkneten bis ein krümeliger Teig entsteht. Nun den Joghurt und die Haferflocken einkneten.

Eigentlich wollte ich den Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche ca. 2,5 cm dick ausrollen und mit Dessertringen die Scones ausstechen, aber der Teig wird so klebrig, dass ich das schnell wieder verworfen habe. Nun ja, dann habe ich eben mit feuchten Händen Bällchen geformt, leicht platt gedrückt und auf ein mit Backpapier belegtes Backblech gelegt. Bevor ich die Scones für 30 Minuten bei 200°C in den Ofen geschoben habe, habe ich noch ein paar Haferflocken auf die Scones gestreut.

Hach, was hat meine Wohnküche lecker geduftet! Ich konnte es gar nicht abwarten, die Scones aus dem Ofen zu holen und habe ständig hineingeschaut, in der Hoffnung, dass sie vielleicht doch schneller schon fertig wären. Nach einer ewig langen halben Stunde habe ich die Scones endlich aus dem Ofen holen können und hätte am liebsten sofort einen verputzt. Wahrscheinlich hätte ich mir dann aber ordentlich den Mund verbrannt. Gut, dass ich mich doch beherrscht habe und das Gebäck für ca. 15 Minuten habe auskühlen lassen. Aber dann – zack, einen geschnappt, Butter und Marmelade drauf und reingebissen. Lecker! So schmeckt für mich England. Und nach Tee natürlich. Den werde ich mir jetzt auch kochen, mir noch einen Scone nehmen und es mir dann auf dem Sofa gemütlich machen – na, habt ihr jetzt auch Lust auf eine „English Tea Time“ bekommen?